Logo kipa-apic.chkipa-apic
Zürich (Schweiz)
[wortmarkeKipa]
[wortmarkeApic]
Forum
Phiware
 
hören

Der christliche Palästinenser Edward Badeen zum Film "Herz von Jenin"

Auch Israels Mauer wird eines Tages fallen   

Von Georges Scherrer / kipa

Zürich, 12.3.10 (Kipa) Ein Zeichen menschlicher Grösse und nicht eine politische Geste ist das Verhalten eines palästinensischen Vaters im Dokumentarfilm "Das Herz von Jenin", sagt der in der Schweiz lebende christliche Palästinenser Edward Badeen, Leiter eines schweizerisch-palästinensischen Hilfswerks. Der Vater in Jenin gab die Organe seines Sohnes, den die Israeli erschossen haben, für die Transplantation an israelische Kinder frei. Einen Satz im Film, der in der Schweiz angelaufen ist, hebt Badeen besonders hervor: "Menschenleben zu retten ist immer gut, für wen auch immer".

Wenn man heute in Palästina von Versöhnung spreche, zäume man das Pferd am Schwanz auf, warnt Badeen, der 1944 in Nazareth geboren wurde und der melkitischen - also der griechisch-katholischen - Kirche angehört. Die "Katastrophe", in welche die Palästinenser geraten seien, dauere an. Wie könne von Versöhnung gesprochen werden, wenn von den Israelis immer noch Land annektiert werde, fragt der Palästinenser, der mit einem israelischen Pass in die Schweiz eingereist ist, hier politisches Asyl erhalten hat und heute Schweizer Bürger ist. Nötig sei eine politische Lösung.

   Zu solchen Aktionen wie die des Vaters komme es bei Palästinensern und Israelis immer wieder. Es gebe immer noch Menschen "beidseits der israelischen Grenzen, die gemeinsam gegen diese verrückte Politik und die israelischen Widerstände ankämpfen". Das Problem sei aber, dass Israel Gegensteuer gebe. Badeen ist überzeugt, dass die Mauer, die Israel baut, fallen werde wie jede Mauer, die bisher aus rassistischen oder politischen Gründen gebaut wurde. Bis dahin werde es aber noch viel Leid geben.

Aktiver für den Frieden kämpfen

Wichtig sei, dass alle Menschen, die eine gerechte Lösung für den Nahen Osten wollen, aktiver werden. Ohne Gerechtigkeit gebe es keinen Frieden, das habe bereits der alttestamentliche Prophet Jesaia gesagt. Die Menschenrechtsorganisationen, die in Israel unter Druck seien, dürften nicht allein gelassen werden.

   Badeen ist Präsident des Vereins für die Unterstützung notleidender Palästinenserkinder "Palch.ch". Der Verein beteiligt sich an einigen Projekten für die Ärmsten der Armen unter den Palästinensern und vermittelt Kinderpatenschaften. Ein Kind wird zum Beispiel monatlich mit 50 Franken unterstützt. Das Geld geht dabei an die Familie, welche Mutter und Kind aufgenommen hat. Für die Familien bedeutet diese Unterstützung eine Erleichterung und gibt ihr das Gefühl, dass die beiden Aufgenommen dieser Familie nicht zur Last fallen. Eine Bedingung ist, dass die Kinder zur Schule gehen, insbesondere auch die Mädchen.

   Hinweis: Der Text ist die Zusammenfassung eines ausführlichen Interviews, das im Kipa-Tagesdienst bezogen werden kann.

   Hinweis: Der deutsch-israelische Dokumentarfilm "Das Herz von Jenin" läuft zur Zeit in verschiedenen Kinos in der Schweiz.

   Hinweis: Internetseite des Vereins für die Unterstützung notleidender Palästinenserkinder: www.palch.ch.

   

Hinweis für Redaktionen: Zu diesem Beitrag sind kostenpflichtige Bilder erhältlich. Bestellungen sind zu richten an: kipa@kipa-apic.ch. Honorare für Nutzungsrecht: Erstes Bild CHF 80.–, ab dem zweiten Bild zum gleichen Anlass CHF 60.–.

   (kipa/gs/job)


kipa@kipa-apic.ch Kipa © 2001–2010 Apic apic@kipa-apic.ch
Katholische Internationale Presseagentur
Die Rechte sämtlicher Texte sind bei Kipa/Apic. Jede Weiterverbreitung der Texte ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.
Agence de presse internationale catholique
Les droits de l'ensemble des textes sont déposés à l’agence Apic/Kipa. Toute diffusion de texte est payante. L’enregistrement sur d’autres bases de données est interdite.