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Rehan Neziri berichtet über seine Aufgabe als Imam in der Schweiz

"Ohne Imam zu sein, ist schwierig für eine Moschee"   

Von Barbara Ludwig / Kipa

Kreuzlingen TG, 11.3.10 (Kipa) Die Tätigkeit eines Imams ist so vielfältig wie der Job eines christlichen Seelsorgers. Rehan Neziri (38), islamischer Theologe aus Mazedonien und seit 2002 Imam der albanischen Moschee "Hëna e Re" (Neuer Mond) in Kreuzlingen TG, predigt am Freitag und an islamischen Feiertagen, leitet das Pflichtgebet der Muslime und gibt Religionsunterricht. Bei einem Besuch in seiner Moschee erzählt er, worüber er predigt – und warum er Imam geworden ist.

"Ich komme aus einer Familie, die religiös ist und den Imam geliebt hat. Mein Grossvater war mit dem Imam unseres Dorfes befreundet", erzählt Rehan Neziri. Wenn jemand Imam werde, spiele in erster Linie die Tradition der Familie eine wichtige Rolle. Mit dem Begriff Berufung kann der islamische Theologe dagegen nichts anfangen.

   Rehan Neziri war beeindruckt vom Imam seines Dorfes in Mazedonien. Heute ist der 38-Jährige selber Imam, nachdem er zuvor in seiner Heimat Geschichte der Philosophie und islamische Philosophie an der Islamischen Fakultät von Skopje gelehrt hatte.

Imam als Vorbeter

Als Imam ist er der Spezialist in Sachen Religion: "Ohne Imam zu sein, ist schwierig für eine Moschee", so Rehan Neziri. Während des Freitagsgebets steht er im sogenannten Mihrab und zeigt, wie man richtig betet, nämlich so wie es der Prophet gelehrt hat. Der Mihrab ist eine nach Mekka ausgerichtete Nische in der vorderen Wand des Gebetsraums.

   Vor dem Freitagsgebet hält der Imam jeweils eine Predigt, der jedoch längst nicht alle Moscheebesucher beiwohnen: Manch einer plaudert währendessen lieber noch etwas mit Freunden und Bekannten in der Cafeteria nebenan.

Über Ethik und aktuelle Jugendprobleme predigen

Imam Neziri predigt gerne zu ethischen Fragen, so über die Freundschaft oder letzthin – im Zusammenhang mit dem Erdbeben auf Haiti – über Hilfsbereitschaft. Manchmal inspiriert ihn auch das aktuelle Geschehen in der Schweiz: Zum Beispiel als der Kreuzlinger Schulpräsident im Februar eine nächtliche Ausgangssperre für Jugendliche forderte und dabei solche "mit Migrationshintergrund" im Visier hatte.

   Rehan Neziri kommentiert in knappen Worten: "Das war nicht so gut für uns. Kinder mit Migrationshintergrund, das heisst Ausländer, damit sind - unter anderem - muslimische Kinder gemeint." Der Imam beschloss, den Vorstoss des Schulpräsidenten zum Anlass für eine Predigt nehmen zur Frage, "warum sich immer wieder unsere Jugendlichen im Zentrum der Probleme befinden": "Was können wir als Muslime tun, damit muslimische Jugendliche nicht mehr im Vordergrund der Probleme stehen?"

   Hinweis für Redaktionen: Zu diesem Beitrag sind kostenpflichtige Bilder erhältlich. Bestellungen sind zu richten an: kipa@kipa-apic.ch. Honorare für Nutzungsrecht: Erstes Bild CHF 80.–, ab dem zweiten Bild zum gleichen Anlass CHF 60.–.

   Hinweis: Der Text ist die stark gekürzte Fassung einer ausführlichen Reportage, die im Kipa-Tagesdienst bezogen werden kann.

   (kipa/bal/ak)


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