Logo kipa-apic.chkipa-apic
Zürich (Schweiz)
[wortmarkeKipa]
[wortmarkeApic]
Forum
Phiware
 
hören

Priester-Wallfahrt nach Einsiedeln vom 8. Februar 2010:

Eine Wallfahrt ohne Wallfahrer   

Einsiedeln SZ, 5.2.10 (Kipa) Am 14. Januar lud das Kloster Einsiedeln alle römisch-katholischen Priester der Schweiz auf den kommenden Montag, 8. Februar, zu einer Wallfahrt nach Einsiedeln ein. Von über 2.500 in der Schweiz wohnhaften Priestern haben sich jedoch bloss zwei definitiv angemeldet, gab das Wallfahrtsbüro des Klosters am Freitag, 5. Februar, gegenüber der Presseagentur Kipa bekannt. Die Wallfahrt findet trotzdem statt. Abt Martin Werlen führt die geringe Anzahl Anmeldungen auf ein verändertes Medienverhalten und nicht auf ein Desinteresse der Priester zurück.

Organisiert hatte das Kloster Einsiedeln die Wallfahrt aus Anlass des im Juni 2009 von Papst Benedikt XVI. eröffneten internationalen Priesterjahr. Die Priester-Wallfahrt war am 14. Januar im amtlichen Teil der Schweizerischen Kirchenzeitung (SKZ 2/2010) ausgeschrieben worden. Ausserdem weist das Kloster auch auf seiner Homepage auf die ganztägige Veranstaltung hin.

   Als Hauptgrund für die geringe Anzahl Teilnehmer führt Abt Martin Werlen ein verändertes Medienverhalten an. Publikationen wie die Schweizerische Kirchenzeitung würden heute nicht mehr gelesen. "Was nicht reisserisch aufgemacht ist, wird nicht gelesen", sagte Abt Martin am Freitag gegenüber Kipa. Dies betreffe allerdings nicht nur kirchliche Medien.

   Ein Desinteresse von Seiten der Priester zieht er nicht in Erwägung. Jeden Tag kämen sehr viele Priester ins Kloster Einsiedeln, das sei gar nichts Aussergewöhnliches.

Abt dankbar für diese Situation

Eigentlich sei er "dankbar" für diese Situation, die er am Montag in seinem Referat aufgreifen wolle. Priester erlebten Tag für Tag, dass sie viel organisierten, und dann komme niemand. Die Herausforderung, die sich sich stelle, sei nun: "Wie kann das fruchtbar gemacht werden?"

   Walter Müller, Pressesprecher der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), weist gegenüber Kipa darauf hin, dass das Thema Berufung bereits 2005 und 2006 während der "Jahre der Berufungen" von den Bischöfen in den Mittelpunkt gerückt worden sei. Möglicherweise habe sich das negativ auf die Motivation ausgewirkt.

   Vielleicht liege es aber auch an der "Art und Weise der Organisation", mutmasst er. Heute hätten sich die Gewohnheiten geändert. Die Leute reagierten eher auf Flyer und persönliche Einladungen als auf ein Inserat.

Grosses Publikum angesprochen

In der Schweiz lebten nach Angaben des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) Ende 2008 rund 1.600 Diözesanpriester. Hinzu kommen gemäss dem vatikanischen Annuarium Statisticum Ecclesiae rund 1.100 in der Schweiz lebende Ordenspriester (Ende 2007).

   (kipa/bal/job)


kipa@kipa-apic.ch Kipa © 2001–2010 Apic apic@kipa-apic.ch
Katholische Internationale Presseagentur
Die Rechte sämtlicher Texte sind bei Kipa/Apic. Jede Weiterverbreitung der Texte ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.
Agence de presse internationale catholique
Les droits de l'ensemble des textes sont déposés à l’agence Apic/Kipa. Toute diffusion de texte est payante. L’enregistrement sur d’autres bases de données est interdite.