
Der neu gegründete Verein "Tolerante und offene Schweiz" (Tuos)
"Wir möchten uns entschuldigen"
Bern, 28.12.09 (Kipa) In der Schweiz gibt es einen Verein mehr. Gegründet als Reaktion auf das Ja zur Anti-Minarett-Initiative, will der Verein "Tolerante und offene Schweiz" (Tuos) mit Sitz in Bern "Aufklärungsarbeit in jeglicher Form bezüglich der interkulturellen Debatte zwischen Angehörigen verschiedener ethnischer und religiöser Gruppen auf Schweizer Territorium" leisten, heisst es in den Statuten.
Am 29. November haben 57,5 Prozent der Schweizer Stimmbeteiligten einem Verbot des Baus neuer Minarette zugestimmt. Dieses Resultat schockierte Jonas Ryser (26), einen der Gründer von Tuos, laut einem Bericht der "Südostschweiz" (28. Dezember) derart nachhaltig, dass er fand, man müsse irgendetwas unternehmen. Zusammen mit Moreno Casasola gründete er unmittelbar nach dem Abstimmungssonntag den Verein "Tolerante und offene Schweiz".
Als erste Aufgabe hat sich dieser das Ziel gesetzt, Schadensbegrenzung zu betreiben. Dabei soll das "nunmehr stark ramponierte Bild einer toleranten und offenen Schweiz" wieder hergestellt werden. "Wir möchten uns entschuldigen und dadurch den Schweizern, aber auch den Menschen im Ausland und vor allem den in der Schweiz ansässigen Musliminnen und den Muslimen zeigen: wir leben in einer toleranten und offenen Gesellschaft", schreibt der Verein auf seiner Webseite.
Unterschriften zuhanden islamischer Verbände
Mit dem Aufruf "I said no!" verbindet der Verein eine Unterschriftensammlung per Internet. Die gesammelten Unterschriften sollen nach einer Frist von ungefähr drei Wochen mehreren islamischen Verbänden und Dachorganisationen als "Entschuldigung im Namen der Unterzeichnenden" überreicht werden. Auch das Initiativkomitee der Anti-Minarett-Initiative soll die Unterschriften erhalten.
Weiter plant der Verein eine gesamtschweizerische Plakataktion, für die er Spenden sammelt. Auf dem Plakat soll der Satz stehen: "Wir bedauern den 29.11.2009", darunter die Namen all derer, die einen Beitrag gespendet haben. Damit wolle man sich solidarisch zeigen mit den Muslimen in der Schweiz.
Hinweis: www.tuos.ch
(kipa/bal)
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