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Basketballverband will kein Kopftuch beim Spiel   

Luzern, 10.6.09 (Kipa) Der Deutschschweizer Basketballverband Probasket verbietet einer Muslimin aus Ebikon LU, mit dem Kopftuch zu spielen. Religiöse und politische Überzeugungen hätten auf dem Spielfeld nichts verloren, so die Begründung. Zudem bestehe eine Verletzungsgefahr bei den Mitspielerinnen.

Die gebürtige Irakerin Sura Al Shawk hat sich vor einem halben Jahr entschieden, gegen den Rat der Eltern das Kopftuch zu tragen. Den Entscheid der 15-Jährigen hat ihre Schulklasse akzeptiert. Probleme gibt es aber mit dem Schweizer Basketball-Verband. Sura spielt leidenschaftlich gern Basketball. Das wollte sie auch nach ihrem Entscheid weiterhin tun.

   Der europäische Basketball-Verband verbietet beim Spiel das Tragen des Kopftuchs wegen Unfallgefahr. In der schnellen Sportart, bei der sich die Hände oft in Kopfhöhe befinden, könnte es zur Verletzung eines Fingers kommen, wenn er im Kopftuch hängen bleibe, zitierte die jungen Frau kürzlich an einer Pressekonferenz in Luzern die Bedenken des Baskettballverbands.

   Der Schweizer Verband hat Suras Anliegen diskutiert, schliesslich aber das Verbot beibehalten. Die Schiedsrichter in der untersten Liga tolerieren das Kopftuch beim Spiel trotzdem. Gemäss einer Meldung der "Neuen Luzerner Zeitung" ist Suras Verein "Amazons" nun in die Inter-Liga aufgestiegen.

Sicherheitsgründe

"Aus Sicherheitsgründen hält sich der Verband streng an das Reglement des internationalen Basketballverbandes", erklärte Verbands-Geschäftsführer Heinz Schlüssel gegenüber der Zeitung am Mittwoch, 10. Juni. Eine Ausnahme wolle man nicht akzeptieren, weil sich andere Vereine sonst ungerecht behandelt fühlen könnten.

   Der Trainer des Vereins, Danijel Brankovic, meinte im Blatt, das Kopftuch berge keine Verletzungsgefahr, noch beeinträchtige es das Spiel. Der Trainer will die junge Frau, die Captain der Mannschaft ist, trotz des Verbots zu den Spielen mitnehmen. Er hofft auf den Goodwill der Schiedsrichter und der gegnerischen Teams.

Andere Sportarten – andere Regeln

In der Westschweiz spielt eine junge Frau mit Kopftuch in einer Volleyballmannschaft mit. Laut Reglement können in dieser Sportart aus religiösen und kulturellen Gründen Ausnahmen bei der Spielerbekleidung gemacht werden. Und Roger Felder, Leiter des Spielbetriebs im Schweizer Handballverband, meinte gegenüber der Zeitung: "Auf interregionaler Stufe würden wir das Kopftuch sicher gestatten. Schliesslich besteht absolut keine Verletzungsgefahr."

   (kipa/gs/pem)


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