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Mit «Cappa magna»: Churer Bischof feierte in Wien Messe im alten Ritus   

Zürich, 28.11.13 (Kipa) Einige wenige Male pro Jahr feiert Bischof Vitus Huonder die Messe im alten lateinischen Ritus. Das erklärte der Mediensprecher des Bistums Chur am Donnerstag auf Anfrage. Am 4. November tat Huonder dies auf Einladung der Traditionalisten-Bewegung Una Voce in Wien. Die Fotos auf der Internet-Seite von Una Voce zeigen, dass der Churer Oberhirte den Gottesdienst in auffallend prunkvoller liturgischer Kleidung feierte – er trug unter anderem die meterlange rote Schleppe (»Cappa magna»).

Bischof Vitus Huonder (Bild: Jean-Claude Gadmer, 2010)
Bischof Vitus Huonder (Bild: Jean-Claude Gadmer, 2010)

Bischof Vitus Huonder ist gemäss Bistumssprecher Giuseppe Gracia aus Anlass des Gedenktages des heiligen Karl Borromäus von Una Voce Österreich eingeladen worden. Am 4. November findet jeweils in der barocken Karlskirche in Wien ein besonderer Anlass statt.

«Bescheidenheit bezieht sich nicht auf liturgische Dimension»

Auf die Frage, wie sich der überaus barocke Auftritt von Bischof Vitus Huonder mit dem Aufruf von Papst Franziskus zu Bescheidenheit vertrage, meint Gracia: «Auch der neue Papst dürfte nicht darauf hinwirken, dass nur noch eine Form der Liturgie zulässig ist, und sozusagen eine Monokultur anstreben.» Papst Benedikt XVI. habe den alten Mess-Ritus, der «klar zur Vielfalt in der Einheit» gehöre, ausdrücklich erlaubt. Seit 2007 ist deshalb die alte lateinische Messe als ausserordentliche Form in der römisch-katholischen Kirche wieder offiziell zugelassen.

Die von Papst Franziskus angemahnte Bescheidenheit der Kirche und ihrer Amtsträger beziehe sich nicht auf eine «primär liturgische Dimension», sondern vor allem auf den «materiellen und moralischen Lebensstil», betont der Bistumssprecher. Und präzisiert auch gleich bei dieser Gelegenheit, dass der Churer Oberhirte 90.000 Franken jährlich verdient und Skoda-Fahrer ist. Gracia: «Das kann man von gewissen steuerfinanzierten Funktionären, die ein Mehrfaches verdienen, nicht behaupten.»

Churer Bischofswappen in Wien

Die für Kirchenfachleute überraschende Tatsache, dass am Bischofsthron während des Pontifikalamtes in der Wiener Karlskirche das bischöfliche Wappen des Churer Bischofs prangte, erklärt Gracia so: «Der Bischof hat das Wappen gar nie angebracht, das tat offenbar die Veranstalterin, also Una Voce.» Bischof Huonder habe im Vorfeld nichts davon gewusst und habe auch nichts mit der Planung der Messe zu tun gehabt.

Im Nachgang stellte sich heraus: Am 17. September 2013 hat der Ordinariatskanzler der Erzdiözese Wien der Laienbewegung Una Voca Austria schriftlich die Erlaubnis «für den Gebrauch des Bischofsstabes durch Diözesanbischof Dr. Vitus Huonder, Chur, beim Pontifikalamt in der Karlskirche am 4. November 2013» erteilt. Der Ordinariatskanzler tat dies gemäss Caeremoniale Episcoporum Nr. 59 und Artikel 390 des Kirchenrechtes.

Hinweis: Bilder im Internet unter una-voce-austria.at/bilder/pontifikalamt-2013/

(kipa/job/gs)


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