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Kardinal Koch: Reorganisation der Kurie zur Entlastung des Papstes   

Rom 5.3.13 (Kipa) Als moralische Autorität wird der Papst nicht nur von den Katholiken wahrgenommen. Er sei auch eine "Stimme für die ganze Christenheit". Darum stosse er auf ein sehr grosses Interesse, sagte Kardinal Kurt Koch gegenüber der "Schweizer Illustrierten" von Dienstag. Das Amt sei überaus anspruchsvoll. Ein Mensch könne dieses nicht vollumfänglich wahrhaben. Nötig sei darum eine Reorganisation der Kurie.

"Ich habe den Papst Benedikt als Theologen, als Kardinal, als Papst sehr geschätzt", sagte Koch gegenüber der Zeitschrift, der in Rom als Präsident des Rates zur Förderung der Einheit der Christen wirkt. Ihm sei es nicht leicht gefallen, nach fünfzehn Jahren an der Spitze des Bistums Basel nach Rom zu wechseln, nachdem ihn Papst Benedikt XVI. 2010 an die Kurie berufen hat. "Aber ihm Nein zu sagen, war mir auch nicht möglich."

Wenn der neue Papst wünscht, dass Koch seine Aufgabe in Rom weiterführt, dann werde er das tun. "Aber grundsätzlich ist er völlig frei, alle Ämter neu zu besetzen." Wenn der neue Papst einen anderen Mitarbeiter für den Einheitsrats wolle, "könnte ich in die Schweiz zurückgehen".

Kaum zu leisten

Vorerst steht aber die Papstwahl an. Koch bezeichnet es als eine sehr "grosse Anforderung, einen Papst zu haben, der allen Herausforderungen gerecht werden kann". Gefordert sei ein guter Theologe, der leiten kann und auch über politische Fähigkeiten verfügt. "Wahrscheinlich kann kein Papst dies alles erfüllen", so die Schlussfolgerung des Kardinals und einzigen Papstwählers aus der Schweiz. Das Amt des Papstes müsste entlastet werden. Darum müsse die Arbeit in der Kurie neu überdacht und besser verteilt werden.

Der Papst verkörpere eine moralische Autorität. Das sei für die katholische Kirche eine ganz grosse Chance, "die wir mit dem Papsttum haben". Viele Menschen merkten instinktiv, dass er nicht nur das "Oberhaupt der Katholiken, sondern eine Stimme für die ganze Christenheit darstellt". Der Papst symbolisiere Einheit, aber nicht "Einheitlichkeit, da der Alltag in den Ländern sehr verschieden funktioniert".

"Ja" zu einem "Nein"

Koch würde es schätzen, wenn der nächste Papst aus Afrika oder Lateinamerika käme. Denn das seien jene Gebiete, in denen die katholische Kirche sehr stark wachse. Er selber bereite sich mit sehr grosser Neugier auf das Konklave vor, weil er noch nie ein solches erlebt habe. Er rechne nicht damit, dass er der Erwählte sein werde und "ich beschäftige mich auch nicht mit dem Gedanken". Auf die Frage "Können Sie Nein sagen?" antwortet Koch kurz und bündig: "Ja."

"Dann gehe ich zurück nach Deutschland"

Koch habe erwartet, dass Benedikt XVI. "irgendwann zurücktritt". Er wollte nie Papst werden, so Koch. "Ich habe ihn zwei Monate, bevor Papst Johannes Paul gestorben ist, als Kardinal gesehen. Da sagte er mir noch: Ach wissen Sie, jetzt habe ich dreimal die Demission eingereicht, der Papst wollte sie nie annehmen. Der nächste Papst muss sie annehmen. Dann gehe ich zurück nach Deutschland und schreibe mein Jesusbuch."

(kipa/gs/am)


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