
Kardinal sieht keine grundlegende Wende in Chinas Kirchenpolitik
Rom, 29.7.10 (Kipa) In der Volksrepublik China zeichnet sich nach Ansicht Kardinal Joseph Zen Zekiun keine Wende in der Kirchenpolitik ab. Eine grundsätzliche Einigung zwischen Vatikan und Pekinger Behörden etwa über Bischofsernennungen stehe noch in weiter Ferne, sagte der Oberhirte von Hongkong gegenüber dem italienischen Pressedienst Asianews (29. Juli).
Die jüngste einvernehmliche Nominierung eines Bischofs lasse nicht auf eine kopernikanische Wende in der chinesischen Kirchenpolitik schliessen, betonte Kardinal Joseph Zen Zekiun. Peking entscheide bei seiner Zustimmung zu Bischofsernennungen nach wie vor pragmatisch. Wenn die Behörden einem dem Vatikan genehmen Kandidaten zustimmten, habe das weniger mit theologischer Zustimmung zu tun als mit dem Bemühen, unnötige Unruhe oder Ablehnung von Seiten der Gläubigen zu vermeiden.
Anlass für optimistische Kommentare insbesondere in westlichen Medien hatte Mitte Juli die Bischofsweihe des 46-jährigen John Baptist Yang Xiaoting zum Koadjutor in Yan’an in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi gegeben. Er hatte die Zustimmung sowohl des Heiligen Stuhls wie der staatlichen Kirchenbehörden erhalten.
Zen wies darauf hin, dass es in der Volksrepublik China weiterhin Untergrundbischöfe gebe, die von den Behörden nicht anerkannt seien. Weiterhin seien etliche romtreue Bischöfe in Haft oder stünden unter Hausarrest, gab der Kardinal zu bedenken.
(kipa/r/ak)
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