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Luzern: Politische Parteien uneins über Theologische Fakultät   

Luzern, 30.7.10 (Kipa) Eine psychologische Fakultät mit Schwerpunkt Gesundheit will der neue Rektor der Universität Luzern Paul Richli schaffen. Einige politische Parteien möchten zugunsten dieser vierten Fakultät die Theologische Fakultät Luzern opfern. Grüne und CVP sind dagegen.

Die Neue Luzerner Zeitung hat für ihre Ausgabe von Freitag, 30.Juli, bei den Luzerner Parteien nachgefragt, wie sie zur neuen Fakultät stehen. Die SP befürwortet die neue Fakultät und fordert Sparmassnahmen. "Man müsste die Theologische Fakultät nochmals diskutieren. Man könnte die Fakultät auch nach Freiburg verlegen", erklärte SP-Präsidentin Felicitas Zopfi. Auch der Fraktionschef der FDP im kantonalen Parlament, Albert Vitali, meinte gegenüber der Zeitung, die Theologische Fakultät könne "ohne weiteres zur Diskussion gestellt werden".

   Die SVP schliesst sich diesem Ansinnen an. Fraktionschef Guido Müller verweist zudem auf einen parteieignen Vorstoss im Kantonsrat. Der Vorstoss will die Zusammenlegung der theologischen Fakultäten Freiburg und Luzern durch die Luzerner Regierung prüfen lassen.

Nicht leichtfertig handeln

Die CVP will die Frage einer neuen Fakultät nicht mit der Theologischen Fakultät verknüpfen Man werde "nicht Hand bieten, die Theologische Fakultät leichtfertig über den Haufen zu werfen", sagte CVP-Parteipräsident Martin Schwegler gegenüber der Zeitung. Die CVP bezweifelt, dass eine derartige Sparübung "viel Geld für neue Projekte" freisetzen würde. Eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Universitäten schliesst die CVP aber nicht aus.

   Auch die Grünen plädieren für Zurückhaltung. "Es wäre falsch, jetzt mit einem Hüftschuss die Theologische Fakultät abzuschiessen", erklärte der grüne Fraktionschef Nino Froelicher. Hinter die Fakultät stellt sich auch Rudolf Stichweh, noch bis Ende Monat Rektor der Universität Luzern. Er weist auf den Rückhalt hin, den die Fakultät bei Regierungsrat und Universitätsrat habe.

SVP-Vorstoss

Die SVP hat Ende Januar eine "Anfrage" beim Kantonsrat hinterlegt. Diese hat die Zusammenlegung der katholischen theologischen Fakultäten der Universitäten Luzern und Freiburg zum Thema. Die Anfrage will einem gleichlautenden Postulat der SVP aus dem Jahr 2004 Nachdruck geben. Das Postulat verlangt, dass die Zusammenlegung der katholischen theologischen Fakultäten der Universitäten Luzern und Freiburg überprüft werden soll.

   Die SVP will mit ihrem Vorstoss von Januar von der Kantonsregierung wissen, was sie in dieser Angelegenheit bisher unternommen habe. Sie verweist darauf, "dass der Schüleranteil pro Professor in der Theologie sehr klein ist". Die Partei regt an, die drei Standorte Chur, Luzern und Freiburg zusammenzulegen, und spricht von "alternativen Studiengängen als Ersatz für die theologischen Fakultäten". Gemäss CVP-Parteipräsident Martin Schwegler hat die Regierung das Postulat noch nicht beantwortet.

   (kipa/gs/bal)


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